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Zahnistarter in Frankfurt - ein Erfahrungsbericht aus erster Hand

Heute darf ich von einem außergewöhnlichen Workshop berichten.

Denn er war gratis. Und das alleine sollte schon im preislich oft überstrapazierten Dental-Segment Grund genug sein ihn aufzusuchen. Aber es gibt noch zig Gründe mehr:

Der Berufsstarterworkshop von Zahnistarter fand statt im Herzen der neuen Frankfurter Altstadt. Initiiert vom Bollwerk Hamburg und begleitet durch den BdZA, durfte man in einem kirchengleichen, lichtdurchfluteten Saal endlich mal wieder in Fleisch und Blut zusammenkommen und sich gegenseitig zahnmedizinisch erleuchten.

Die übersichtliche Teilnehmerzahl (rund 20 Personen) erlaubte – natürlich unter Berücksichtigung der Hygiene-Maßnahmen – eine formlose, casual Atmosphäre mit genug Päuschen für Pläuschchen.
Durch das Leitthema des Workshops waren alle Teilnehmer jung, spaß- & wissbegierig.
Und die, die nicht jung waren, waren auch in Ordnung.

Den Vortrags-Vormittag begannen die Steuer- & Wirtschaftsprofis der Treuhand Hannover, einem Dienstleister, der sich auf Ärzte, Zahnärzte und Apotheker spezialisiert hat. Die beiden Herren haben im Rahmen eines unterhaltsamen Quizzes die fiskalische Unwissenheit der Teilnehmer schnell entlarvt und für etwas Wissensnachschub gesorgt. Es gab Tipps für Studenten und deren Steuererklärung sowie den Umgang mit den ersten Gehältern.
Besonders hilfreich war dabei folgende Denkstütze:
"Nettogehalt ist net so viel, Bruttogehalt ist brutal viel."
Das werde ich nie wieder vergessen. Brutal viel gelernt also.

Danach folgte noch ein Vortrag zum Weg in die Selbstständigkeit, ob und unter welchen Umständen das überhaupt Sinn mache und die Vorstellung der hauseigenen "Praxisbörse", in welche Praxisverkäufer und -nachfolger zusammengebracht werden. Für einen "Theorie"-Teil also erstaunlich praxis-orientiert. Ha!

Runde 2 übernahm dann Komet.
Diese theoretische Einführung in die besonders effektiven Instrumente und Innovationen für die hohe Kunst der Endodontie wurde nachmittags ergänzt durch eine hands-on Session mit Endopilot, einem Alleskönner der Wurzelkanalbehandlung, sowie einem neuartigen Reciproc-Feilensystem "Procodile".
Ich muss zugeben, mit dieser Technologie ist die Endo fast schon idiotensicher – also genau mein Ding.
Um diese Feilen im Kanal zu frakturieren muss man schon einiges falsch machen. Wollen wir mal sehen ...

In Runde 3 wies uns Dr. Nolte für die Firma Kulzer in die Digitalabformung ein. Wohl zurecht behauptete er, dass es in fünf Jahren keine Praxis mehr ohne Digitalabformung geben würde. Jeder Neupatient wird bei ihm einmal durchgescannt – so hat er für jede Situation (z.B. spätere Zahnfrakturen) das intakte Ausgangsgebiss jederzeit griffbereit. Das ist neben den altbekannten Vorteilen der Digitalabformung (z.B. Zeitersparnis, Umweltfreundlichkeit, Patientenkomfort) mal ein neuer und durchaus einleuchtender Aspekt der 3D-Technologie. Auch für das schnelle Patientengespräch und eine gemeinsame Entscheidungsfindung ist ein 3D-Abdruck eine aufwertende Ergänzung im Praxisalltag. Nachmittags wurde dann noch zusammen in lockerer Atmosphäre am Modell gescannt.

Alles in allem also ein Workshop, den man mit viel neuem Wissen, neuen Kontakten, vollem Bauch und ein paar kleinen Geschenken absolut weiterempfehlen kann!

Über den Autor

Moritz X. Michael studiert an der Zahnklinik in Frankfurt (Main) im nunmehr 10. Semester. Aber: Er ist schon 33 Jahre alt. Das sind fast 66 Mark! Das war damals viel Geld ...

Sein Ü30-Dasein macht Moritz zum Weisheitszahn unter seinen Kommilitonen: Kommt recht spät. Versteht nicht so richtig, wo sein Platz ist. Stört dabei meistens. Und bezeichnet sich trotz präsenilen Verhaltensmusters als weise.

Neben dem Studium steht er noch auf Deutschlands Bühnen als mehrfach ausgezeichneter Science Slammer, aufstrebender Dentalkabarettist und Schulaufklärer. In seiner Freizeit liest er, spielt Fußball, schreibt an seiner Doktorarbeit oder fühlt sich unbehaglich dabei, von sich in der dritten Person zu schreiben.

Moritz X. Michael im Zahniportal Blog

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